Archiv für die Kategorie ‘Nähmaschinen Desaster’

21

Aug

Mein Nähmaschinen Desaster Teil III

Als Vielnäherin braucht man was Robustes. Da es aber eine Menge Nähmaschinenhersteller und unzählige Modelle gibt, ist die Wahl die Qual.
Meine Freundin wollte mich dazu bewegen eine Brother zu kaufen. Ich weiß, einige von Euch lieben ihre Brother, aber ich war nicht so 100%ig von ihr überzeugt. Auch wenn die Aussicht auf miteinander tauschbare Nähfüßchen verlockend war, liebe Freundin.
Nach einigem Nachfragen in Foren und Lesen in Blogs, kam ich schnell zu einer engeren Auswahl. Letztere waren besonders hilfreich, da ich dort sehen konnte wer was näht, und womit am besten.
Da ich trotz ihrer Macken meine Husqvarna mag – und es mir das Herz bluten würde, müsste ich sie eines Tages entsorgen – tendierte ich schnell wieder zu einer Husqvarna. Eine Bernina wäre auch traumhaft, aber definitiv nicht bezahlbar!
Nun denn, die Produktion musste ja weiter gehen und da ich mit den Filztaschen schon längere Zeit improvisierte und auch stets die gepolsterten Träger der Mei Tais für meine Nähmaschine (die immer öfter grundlos Stiche auslies und das über mehrere cm) eine große Herausvorderung waren, musste ich mich schnell entscheiden.
Im Internet habe ich dann den Nähpark ausfindig gemacht, der nicht nur Testmaschinen anbietet, sondern auch eine Inzahlungnahme der alten Nähmaschine. Da hab ich dann sofort nachgefragt und ein hervorragendes Angebot bekommen.
Natürlich bin ich dann zu meinem Fachhändler gegangen und habe ihn gefragt, ob er die Pfaff in Zahlung nimmt. Seine Antwort war: “Nein!”
Als gute Kundin dieses Fachgeschäftes hätte ich nun doch etwas mehr Kulanz erwartet.
Jetzt mache ich einen großen Bogen um den Fachhändler und sein Geschäft, und kaufe meine Materialien doch lieber über das Internet (und das auch noch günstiger).
Und die Nähmaschine, die kaufe ich bei Nähpark!

fortsetzung folgt

04

Aug

Mein Nähmaschinen Desaster Teil II

Nachdem ich nun – Dank Cati´s Großherzigkeit – diese wunderbare Nähmaschine vor mir stehen hatte und ehrfürchtig anfangen wollte Lätzchen zu nähen, kam der erste Knall. Beim ersten(!) Nadel einfädeln mit eingebautem Super-Nadeleinfädler, bricht der Haken ab, der den Faden durch das Oehr ziehen soll. Na toll!
Aber ich bin ja Profi im Nadel einfädeln und mach das einfach manuell. Wer braucht schon einen Nadeleinfädler?
Am nächsten Tag bin ich gleich zum Fachhändler und habe das Ersatzteil (12€) gratis bekommen.
Jetzt hat die Pfaff ja dieses hochgelobte IDT-System – den Obertransporteur. Da meine Lätzchen zweilagig sind (unten dickes Frotte, oben dünne Baumwolle) und mit einem Schrägband eingefasst werden, ist so ein Obertransporteur ja ideal. Da darf der Oberstoff ja nicht mehr verschoben werden, oder? Darf nicht, aber macht es trotzdem! Naja, ist ja nur in den scharfen Kurven, und da verringere ich einfach mal den Füßchendruck. Denkste! Die expression 4.0 hat zwar einen manuell verstellbaren Füßchendruck, aber die expression 2.0 (und die hatte ich ja nun vor mir stehen) nicht! Und ich dachte, ein verstellbarer Füßchendruck wäre standard!
Noch in der ersten Woche nach dem Kauf der Maschine war klar: Die behälst Du nicht!
Es gab noch andere Kleinigkeiten, die mich störten.
Ich rief dann bei meinem Fachhändler an und fragte ob ich sie wieder zurückgeben könnte. Bis dahin wurde mit der Maschine dreimal genäht.
Die Antwort war, daß es kein generelles Rückgaberecht gäbe und es reine Kulanz wäre. Aber wenn ich dafür eine andere Nähmaschine bei ihnen kaufe, dann…
Ich wollte mir aber mit dem Auswählen der richtigen Nähmaschine dieses mal mehr Zeit nehmen.
Also Informationen über verschiedene Modelle sammeln wo nur geht!

30

Jul

Mein Nähmaschinen Desaster Teil 1

Als ich mir vor zwei Jahren eine gebrauchte Husqvarna 1200 für 250€ kaufte (Neupreis ca. 2000 DM) glaubte ich noch, das Schnäppchen meines Lebens gemacht zu haben. Daß sie dann innerhalb von 4 Monaten zweimal zur Reperatur musste und das insgesamt nochmal 200€ kostete, schmälerte meine Euphorie immens!
Danach schnurrte sie allerdings wie ein junges Kätzchen und ich nähte, nähte und nähte.
Igendwann dann fing sie an, bei doppellagigem Filz Probleme zu machen. Sie ließ immer wieder Stiche aus. Was ich auch tat (Nadel wechseln, Garn austauschen, anderen Stich einstellen, undundund), ich fand einfach nicht heraus, woran es lag. Da beim Nähen meiner Notebook-Sleeves nun mal 6mm dicke Lagen genäht werden müssen, musste dringend eine neue Nähmaschine her.
Nach langem Hin und Her habe ich mir beim hiesigen Fachhändler eine Pfaff expression 2.0 ausgesucht und mit ihr ehrfürchtig zur Probe genäht. Toll! Diese Stichbreite (9mm)! Und wie leise sie näht! Und diese Stichauswahl! DIE will ich haben!
Aber woher das Geld nehmen? Ich habe mich während des zweiten Jahres meiner Elternzeit selbständig gemacht, eine Zeit, in der ich Arbeitslosengeld II bekam (ich bekomme es noch immer). Alles was ich durch meine Verkäufe verdiene wird auf das Arbeitslosengeld angerechnet und somit habe ich trotz dieser Verkäufe nur den Mindestsatz zu Leben. Das ist ja auch völlig in Ordnung so, aber was fehlt ist einfach Investitionsgeld! Das ist kein Problem, wenn ich weiterhin meine Sachen per Vorkasse verkaufe. Aber eine neue Nähmaschine? Nee! Wie soll ich denn dann noch meine Kinder ernähren? Und mal ganz ehrlich: Eine Aldi Maschine reicht für die Hobbynäherei aus, aber wie lange hält diese meinem Dauergebrauch stand? Und wie soll die besser mit dicken Stoffen fertig werden, als meine Husqvarna?
Wie gut, daß meine Freundin so ein großes Herz hat! Sie hat gesagt: “Silke, ich glaub´an Dich. Das was Du tust ist toll und ich unterstütze Dich.” Und dann hat sie mir – trotz meiner vehementen Gegenwehr! – einfach diese Pfaff gekauft.

Anmerkung: Um aus dem Arbeitslosengeld-Bezug heraus zu kommen müsste ich etwa 20 Mei Tais pro Monat verkaufen.