Als ich mir vor zwei Jahren eine gebrauchte Husqvarna 1200 für 250€ kaufte (Neupreis ca. 2000 DM) glaubte ich noch, das Schnäppchen meines Lebens gemacht zu haben. Daß sie dann innerhalb von 4 Monaten zweimal zur Reperatur musste und das insgesamt nochmal 200€ kostete, schmälerte meine Euphorie immens!
Danach schnurrte sie allerdings wie ein junges Kätzchen und ich nähte, nähte und nähte.
Igendwann dann fing sie an, bei doppellagigem Filz Probleme zu machen. Sie ließ immer wieder Stiche aus. Was ich auch tat (Nadel wechseln, Garn austauschen, anderen Stich einstellen, undundund), ich fand einfach nicht heraus, woran es lag. Da beim Nähen meiner Notebook-Sleeves nun mal 6mm dicke Lagen genäht werden müssen, musste dringend eine neue Nähmaschine her.
Nach langem Hin und Her habe ich mir beim hiesigen Fachhändler eine Pfaff expression 2.0 ausgesucht und mit ihr ehrfürchtig zur Probe genäht. Toll! Diese Stichbreite (9mm)! Und wie leise sie näht! Und diese Stichauswahl! DIE will ich haben!
Aber woher das Geld nehmen? Ich habe mich während des zweiten Jahres meiner Elternzeit selbständig gemacht, eine Zeit, in der ich Arbeitslosengeld II bekam (ich bekomme es noch immer). Alles was ich durch meine Verkäufe verdiene wird auf das Arbeitslosengeld angerechnet und somit habe ich trotz dieser Verkäufe nur den Mindestsatz zu Leben. Das ist ja auch völlig in Ordnung so, aber was fehlt ist einfach Investitionsgeld! Das ist kein Problem, wenn ich weiterhin meine Sachen per Vorkasse verkaufe. Aber eine neue Nähmaschine? Nee! Wie soll ich denn dann noch meine Kinder ernähren? Und mal ganz ehrlich: Eine Aldi Maschine reicht für die Hobbynäherei aus, aber wie lange hält diese meinem Dauergebrauch stand? Und wie soll die besser mit dicken Stoffen fertig werden, als meine Husqvarna?
Wie gut, daß meine Freundin so ein großes Herz hat! Sie hat gesagt: “Silke, ich glaub´an Dich. Das was Du tust ist toll und ich unterstütze Dich.” Und dann hat sie mir – trotz meiner vehementen Gegenwehr! – einfach diese Pfaff gekauft.
Anmerkung: Um aus dem Arbeitslosengeld-Bezug heraus zu kommen müsste ich etwa 20 Mei Tais pro Monat verkaufen.